Frauenarmut und Erwerbsarbeit bei uns

Frauen sind in Deutschland stärker von Einkommensarmut betroffen als Männer. Niedriglöhne, prekäre und unterbrochene Erwerbsbiographien wie ein hoher Anteil an Teilzeit- und geringfügiger Beschäftigung haben zudem Renten unterhalb der Armutsgrenze zur Folge und bestimmen die Lebensverhältnisse vor allem von Frauen - insbesondere im ländlichen Raum.

 

Armut führt zu einem Mangel an Teilhabe, führt zu einer Ausgrenzung aus zentralen Lebensbereichen wie Wohnen, Gesundheit und Bildung, Kultur und sozialen Beziehungen.

 

Gleichzeitig verlässt ein erheblicher Teil der hochqualifizierten jungen Frauen den Ostalbkreis. Hauptursache ist die Wirtschaftstruktur, aber auch die fehlenden Wiedereinstiegsmöglichkeiten nach den Erziehungszeiten, unflexible Arbeitszeitmodelle und eine zu wenig familienfreundliche Personalpolitik, die es zu stärken gilt.

 

Eine zentrale Forderung der EU-Charta ist, das Grundrecht der Gleichstellung von Frauen und Männern umzusetzen. Sie ist Grundlage für die Projektgruppe „Altersarmut und Erwerbsarbeit“, die an Ansatzpunkten zur Schaffung optimaler spezifischer Rahmen- und Lebensbedingungen für Frauen und Männer arbeitet.

Quelle: IG Metall

"Cappucino für den Beruf für Frauen:

Ankommen in der Region: Ja, und wie?"

Kooperationsveranstaltung Welcome Center, Kontaktstelle Frau und Beruf und Kreisfrauenrat Ostalb e. V.
Warum bleiben viele Menschen ein Leben lang sesshaft? Warum verlegen andere ihren Wohnsitz sogar ins Ausland? Die Gründe für freiwilliges (Aus-)Wandern sind vielfältig, viele werden aber nicht gefragt und müssen in einem anderen Land Asyl finden. Die Migration von Frauen – auch hier erweist sich die traditionelle Frauenrolle als relativ wandlungsresistent – war lange Zeit abhängig von der der Männer. Das ist sicher auch heute noch viel-
fach so. Migration bietet aber auch den Frauen, die sich nicht in die vorherrschenden Stereotypien – weder in die im Herkunftsland noch in die hier gängigen – einfügen wollen, eine Möglichkeit, selbstbestimmt neu zu beginnen. Genau hier beginnt dann die Spannung zwischen Globalisierung und Nationalstaat und die ganze soziokulturelle Übergangsproblematik wird deutlich, z.B.: Wie steht es mit der Anerkennung von Bildungs- und Berufs-
abschlüssen? Inwieweit ist der Arbeitgeber sensibilisiert und bereit, auf die jeweils besondere Situation einzugehen und Hilfestellung zu leisten? Wir dürfen nicht vergessen: Unsicherheit in der Lebensplanung hat eine Desorientierung auch im familiären Umfeld zur Folge.

Dieser Aufgabe nahmen sich das Welcome Center Ostwürttemberg im Juni 2021 in Kooperation mit der Kontaktstelle Frau und Beruf Ostwürttemberg sowie dem Kreisfrauenrat Ostalb an: In
Aalen wurde eine neue Veranstaltungsreihe: "Cappuccino für den Beruf für Frauen: Ankommen in der Region: Ja, und wie?" ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht das Leben als Frau mit Migrationshintergrund. Vorhandenes Wissen, beschriebene und beschreibende Erfahrungen ebenso wie die Vielschichtigkeit unserer Wissenslücken wollen wir durch die Veranstaltungen thematisieren und im besten Falle Sichtweisen,
die uns einengen, überwinden.
Angesprochen waren (und sind noch immer) alle Frauen, die vor kurzem nach Deutschland gekommen sind, oder aber auch schon länger in Deutschland leben und nach Möglichkeiten suchen, sich mit der regionalen Community zu vernetzen. Durch eine Plattform des Austausches sollen neue Chancen für Arbeit, Freizeitaktivitäten und vieles mehr entstehen.
Die erste Veranstaltung am 1. Juli im Stadthöfle Aalen war ein erfolgreicher Auftakt. In ungezwungener Atmosphäre stellten die Veranstalter sich vor, die Frauen, alle mit internationalem Hintergrund, sammelten Informationen und tauschten sich untereinander aus und trugen ihre Wünsche und Bedürfnisse vor.

Am 30.09.21 trafen wir uns wieder, dieses Mal in der Stadthalle in Aalen. Thema war „Anerkennung von Zeugnissen, Abschlüssen und Titeln – Schule, Studium, Beruf“. Neben Vorträgen kamen auch Frauen zu Wort, die bereits beruflich in Deutschland Fuß gefasst haben und die über ihre Erfahrungen berichteten.
Zur dritten Runde am 02.06.22 wurde im Roten Ochsen in Ellwangen das Thema Weiterbildung diskutiert – mit Fachvorträgen und wiederum mit einem Best Practise Beispiel.
Zum ersten Mal werden in diesem Herbst die Unternehmen angesprochen. Wir möchten – gemeinsam mit den Frauen, die beruflich integriert werden möchten – gängige Argumentationsformen, Denkgewohnheiten und Denkkonventionen überwinden.
Dies trifft alle Menschen mit Migrationshintergrund, Frauen aber umso mehr, da hier alle berechtigten oder nicht berechtigten (Vor-)Urteile wie Vereinbarkeit Familie und Beruf verstärkt zutreffen. Diese Veranstaltung wird nach unserer Mitgliederversammlung stattfinden – darüber informieren können Sie sich über die Presse oder aber in unserer „Bilanz“ im kommenden Jahr.
Migranten, aber insbesondere Migrantinnen, sind häufig durch ihre Doppelbelastung mit Unsicherheiten konfrontiert. Die Stereotypien der Frauenarbeit, die sie – unabhängig von ihrer Ausbildung im Herkunftsland - im Haushalt oder bei der Betreuung von Kindern oder alten Menschen verrichten, gelten unverändert.
Unsere Aufgabe sollte es sein, sie argumentativ und durch praktische Hilfestellung zu unterstützen

Dr. Julia Frank
1. Stellvertretende Vorstandsfrau

Equal Pay Day in Ellwangen 2020

Zum Equal Pay Day und Girls Day im März 2020 haben wir eine gemeinsame Veranstaltung initiiert. In Ellwangen konnte zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten Nicole Bühler ein Vormittag für die Mädchen der Vorab-chlussklassen organisiert werden. Mit den Schulsozialarbeiterinnen Frau Dußling und Frau Schlosser sowie Margot Wagner vom Kreisfrauenrat, ehemalige Berufsberaterin, fand ein Workshop an der Buchenbergschule statt.
In den Blick genommen wurden verschiedene Zugänge zu Berufen, die Berufswegplanung und gemeinsame

Überlegungen zur Berufswahl sowie die Bearbeitung der Frage:
Kann mir der gewählte Beruf meine Wünsche für meine persönliche Lebensplanung ermöglichen? Leider mussten wegen Corona die Betriebsbesuche ausfallen.

Equal Pay Day am 22. März 2017

>> Gleiches Geld für gleiche Arbeit für Frauen und Männer

Der Kreisfrauenrat hat am 22. März 2017 ins Landratsamt Aalen zu einer Veranstaltung zum Equal Pay Day eingeladen. Hier wurde über die Bedeutung von Einkommen und Erwerbstätigkeit für Gesellschaft und Unternehmen mit Bezug zur Charta der Vielfalt diskutiert.

 

Mehr dazu im Bereich Presse.

 

Art. 3 Abs. 2 GG:
„Männer und Frauen sind gleichberechtigt.

Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und
wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

 

Ein wichtiger Schritt, Gleichberechtigung in Lebenswirklichkeit umzusetzen, heißt "Endlich die Lohnlücke schließen", daher der EQUAL PAY DAY.

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