Ja - wir haben es geschafft!

 

Wir haben es geschafft, dass im Kreistag beschlossen wurde, dass an der Studie weitergearbeitet wird mit einem frauenpolitischen Konzept, Stepanie Eßwein CDU fordert Gelder bereitzustellen, damit die Daten ausgewertet und Handlungsempfehlungen entwickelt werden können. Nun sind wir auf die Zusage, Geld zur Verfügung zu stellen sehr gespannt, der Haushalt 2021 ist noch in „Bearbeitung“. 

Frauen wollen raus aus der Sackgasse

12. März 2020 - Viktor Turad (Freier Mitarbeiter der Schwäbischen)

 

AALEN - Viele Frauen im Ostalbkreis haben höhere Schul- und Bildungsabschlüsse und auch bessere Noten als Männer. In ihrer anschließenden Berufsbiografie schlägt sich diese Überlegenheit aber nicht adäquat nieder. Dies ist ein Ergebnis einer Studie des Kreisfrauenrats in Zusammenarbeit mit der Hochschule Aalen, die Dr. Julia Frank in der jüngsten öffentlichen Sitzung des Kreistags vorgestellt hat.
Jetzt müsse ein frauenpolitisches Konzept her, forderte Stephanie Eßwein (CDU) und signalisierte, dass ihre Fraktion dafür ist, Gelder bereitzustellen, damit die Daten ausgewertet und Handlungsempfehlungen entwickelt werden können.
So gut wie keine Frau, ergibt sich aus der Studie unter der Überschrift „Frauen! Was muss sich ändern, wenn es besser werden soll?“, hat gar keinen Schulabschluss. 35,5 Prozent haben die Realschule absolviert, rund 34 Prozent verfügen über einen Hochschul- und Universitätsabschluss. Wobei es bei den höchsten Abschlüssen keine signifikanten Unterschiede zwischen Frauen mit und ohne Migrationshintergrund gibt.
Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt übrigens mit 40 Prozent bei Frauen im Alter zwischen 50 und 65 Jahren, also bei denen, wie es dort heißt, die die sogenannte Rush-Hour des Lebens hinter sich haben. Die Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen, die in Ausbildung, Studium oder am Berufsanfang sind, umfasst 20 Prozent, die der 35- bis 50-Jährigen, die in der Lebensmitte sind und sich mit der Gründung einer Familie befassen, bei 28 Prozent.
Mehr als jede zweite Frau (60 Prozent) ist in Voll- oder Teilzeit oder als Selbstständige tätig. Nimmt man nur die Frauen, die dem Arbeitsmarkt tatsächlich zur Verfügung stehen, also nicht Hausfrauen, Rentnerinnen, in Qualifizierungsmaßnahmen oder in Mutterschaftsurlaub beziehungsweise Familienzeit sind, dann sind sogar 80 Prozent der Frauen erwerbstätig.
Sind sie das in der Landwirtschaft, gehen sie oft noch einer Tätigkeit außerhalb nach und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Gesamteinkommen landwirtschaftlicher Betriebe. Sie schützen aber auch sich selbst vor Altersarmut. Bei der Betreuung von pflegebedürftigen Eltern oder Schwiegereltern sind es wiederum die Frauen, die diese Aufgabe übernehmen. Überhaupt, so ein weiteres Ergebnis der Studie, schultern Frauen nach wie vor allein die Familienpflichten.
Drei Viertel der Frauen sind zufrieden mit ihrem aktuellen Erwerbsstatus. Die Gründe für Unzufriedenheit sind vielfältig und reichen von den Öffnungszeiten der Betreuungseinrichtungen bis zu den Einkaufsmöglichkeiten. Jede zweite Frau ist mit ihrer persönlichen Wohnsituation und mit ihrer sozialen Ein- und infrastrukturellen Anbindung zufrieden. Bei 39 Prozent gilt dies mit Einschränkungen, bei sieben Prozent gar nicht.
Mit der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege sind in etwa gleich viele Frauen zufrieden oder unzufrieden. Dies relativiert sich allerdings, wenn man weiß, dass von den befragten Frauen etwa jede Dritte teilzeitbeschäftigt ist, für sie also alle Anforderungen leichter unter einen Hut zu bringen sind. In der Studie wird deshalb vermutet, dass die Zufriedenheit unter den Bedingungen der Vollzeitbeschäftigung entsprechend weniger ausgeprägt wäre.
Auch fehlende Ganztagsplätze, wenig flexible Zeiten bei der Kinderbetreuung und nicht ausreichende Angebote bei der Seniorenbetreuung machen den Frauen das Leben schwer. In der Studie ist daher von einer Sackgasse die Rede: Wenn Frauen zwar einer Erwerbstätigkeit nachgehen wollten, ihnen aber die Unterstützung etwa bei der Kinderbetreuung fehlt, stellten viele ihren Kinderwunsch entweder zurück, reduzierten ihn oder unterdrückten ihn ganz.
Andererseits verzichteten junge Mütter auf eine Erwerbstätigkeit, um ihre Kinder betreuen zu können. Die Folge: Es fehlen sowohl Kinder als auch Arbeitskräfte.
Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass die Ostälblerinnen sich stark ehrenamtlich engagieren, nämlich zu rund 60 Prozent. Je älter die Frauen sind, desto mehr engagieren sie sich. Bei den unter 35-Jährigen dagegen sind es nur halb so viele, wie es ihrem zahlenmäßigen Anteil an der Bevölkerung entspricht.
Auf die engagierten Frauen könne man stolz sein, sagte Stephanie Eßwein. „Frauenpolitik ist Strukturpolitik und somit unser aller Politik!“ Ein gemeinsames politisches Konzept nicht nur für Frauen forderte Veronika Gromann (Grüne). Männer sollten sich nicht wie Gottes Geschenk an die Menschheit aufführen, schmunzelte Carola Merk-Rudolph. „Gemeinsam können wir was erreichen.“ Handlungsempfehlungen voranzubringen, regte Bernhard Ritter (Freie Wähler) an, an Ressourcen dürfe dies nicht scheitern. „Jetzt erst recht, liebe Frauen und Männer“, wandte sich Cynthia Schneider (Linke) an das Gremium. „Gemeinsam werden wir es schaffen.“

Schwäbische Post 25.6.2020
Schwäbische Post 25.06.2020

Wir fordern ein frauenpolitisches Gesamtkonzept

Es gibt Zahlenmaterial, sowohl auf Bundes-, als auch auf Landesebene... und für den Kommunalbereich fordern wir diese Zahlen ein... und just da kam eine Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums vom 20.02.2017

 

Mehr partnerschaftliche Vereinbarkeit -
Neue OECD-Studie veröffentlicht

Eine Zusammenfassung der Studie sowie den Gesamtbericht finden Sie unter www.oecd.org/berlin/publikationen/dare-to-share.htm

 

Forderungskatalog des Kreisfrauenrates und anderer Frauenvereine

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Übergabe der Studie an Landrat Pavel, Quelle: Landratsamt Ostalbkreis

Fragebogenaktion: „Frauen! Was muss sich ändern, wenn es besser werden soll“

>> Ergebnisse der Studie des Kreisfrauenrats

Wie geht es jetzt weiter?

>> Die Ergebnisse dienen dem Kreistag und Landratsamt zur Entwicklung von weiteren Handlungsempfehlungen.

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Wissen Sie, was junge Frauen wollen?

Um die Weichen in Bezug auf Gleichstellung richtig zu stellen, müssen wir erstmal wissen, was junge Männer und Frauen wollen.

Was Frauen zwischen 18 und 40 Jahren wollen, wurde in einer sehr ausführlichen und spannenden Studie untersucht, die Sie hier herunterladen können.

 

Prof. Dr. Carsten Wippermann und sein Team wollten wissen...
 

    - Was halten junge Frauen eigentlich von der Familien-         und Gleichstellungspolitik?
    - Wo sind die Berührungspunkte in ihrem Alltag und wo
      sehen sie politischen Handlungsbedarf? 
 

Diesen Fragen ging Prof. Dr. Carsten Wippermann vom DELTA-Institut für Sozial- und Ökologieforschung im Auftrag der FES nach. Hierzu wurden Frauen aus allen sozialen Schichten und Milieus in Fokusgruppeninterviews befragt und durch die Ergebnisse einer quantitativ-repräsentativen Untersuchung ergänzt.
 

Die breite Datenbasis bietet neue Einblicke in die Lebensrealitäten und gleichstellungspolitischen Einstellungen von Frauen zwischen 18 und 40 Jahren. 

Zentrale Ergebnisse:
Junge Frauen wollen Lohngerechtigkeit, Gleichstellung im Berufsleben sowie bessere und kostenlose Kinderbetreuung.
 

Und: Trotz vieler Verbesserungen sehen junge Frauen die Gleichstellung der Geschlechter noch lange nicht erreicht!

  • Nur eine von zehn sieht die Gleichstellung von Männern und Frauen in Deutschland voll und ganz realisiert.
  • Mit der Geburt von Kindern befürchten junge Frauen einen Rückfall in traditionelle Geschlechterrollen.
  • Den Hauptgrund hierfür sehen sie in der fehlenden Lohngerechtigkeit, die Männer und Frauen für gleichwertige Tätigkeiten unterschiedlich entlohnt.
  • Junge Frauen kritisieren eine mangelnde Familienfreundlichkeit und fordern mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten.
  • Mehrheitlich streben sie eine Arbeitszeit zwischen 30 und 35 Stunden an.
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